Ergotherapie

In unserer Schule steht für den gesamten Schulalltag eine ausgebildete Ergotherapeutin zur Verfügung, die sich mit den Kindern in Einzel- und auch Gruppentherapie beschäftigt.

Ergotherapie soll unseren Kindern helfen, eine größtmögliche Handlungsfähigkeit und damit Selbständigkeit im Alltag und im weiteren Umfeld sowie individuell eine verbesserte Entwicklung der Kommunikation, Motorik, Koordination und Wahrnehmung zu erreichen. Das wird durch spielerische Angebote gefördert. Ergotherapeutisch behandelt werden Kinder mit zum Beispiel neurologischen, orthopädischen oder psychiatrischen Beeinträchtigungen bzw. Erkrankungen. Unterstützung finden Kinder mit allgemeinen Entwicklungsverzögerungen, Problemen in der Fein- und Grafomotorik, Störungen in der Grobmotorik und Wahrnehmung (sensorische Integrationsstörung), mit Lernschwächen (Lesen, Schreiben, Rechnen), aber auch Auffälligkeiten im Sozialverhalten, in der Interaktion und Kommunikation sowie körperlichen und geistige Behinderungen.

Stephanie Winkeler arbeitet zurzeit als Ergotherapeutin in unserer Schule und beschreibt ihre Tätigkeit wie folgt:

Die Schule ist ein Stück Lebenswelt, in der wir die Kinder in vielen Bereichen erleben, begleiten und dadurch individuell fördern können. Die Schülerinnen und Schüller entwickeln wichtige Lebenskompetenzen, sie werden selbstständiger und unabhängiger. Allerdings stehen einige von ihnen vor einer Herausforderung und nicht alles gelingt auf Anhieb. Ich arbeite als Ergotherapeutin ressourcenorientiert und im Positiven. Jedem Kind begegne ich mit seiner Individualität, seinen Fähigkeiten und Fertigkeiten. In der Therapie wird jeder noch so kleine Fortschritt gelobt, um eine gute Mitarbeit zu erzielen. Nicht ganz unerheblich ist der Spaß, denn nur mit Spaß kann Verhalten dauerhaft erlernt werden.

Im Fokus steht eine ganzheitliche Entwicklungsförderung. Alle Wahrnehmungsreize führen zu Reaktionen in motorischen, emotionalen und sozialen Bereichen. Je nach Erscheinungsbild des Kindes können verschiedene ergotherapeutische Konzepte zu Einsatz kommen.

Einige Kinder kommen mit Wahrnehmungsstörungen zu mir in die Therapie. Hier biete ich verschiedene Materialien an, um alle Sinne ansprechen zu können und den Erfahrungsschatz zu erweitern. Die Verbindung der gesamten Sinneseindrücke über Haut, Muskeln, Vestibularorgan, Nase, Ohren, Augen und die Hände ist die Grundvoraussetzung für Bewegung, Sprache, angepasste Interaktion und Lernen. Andere haben Schwierigkeiten sich zu konzentrieren, bei ihnen wende ich häufig das Marburger Konzentrationstraining an. Die Lernstrategie umfasst das Verbalisieren und Kontrollieren der eigenen Handlungsschritte. Alle Spiel-, Lern- und Entspannungsphasen sind altersentsprechend aufgebaut. Hierbei wird zudem das Einhalten von klaren Regeln geübt, wie z.B. genaues Zuhören, Abwarten und Mitmachen. Während der Lernphase wird mit dem Kind das „Laute Denken“ erlernt. Die Abfolge der Übung sprechen die Kinder laut vor, damit sie sich besser strukturieren können. So können Verbesserung der Aufmerksamkeit, Handlungsplanung, Ausdauer und Selbststrukturierung erzielt werden.

Die Zusammenarbeit mit Lehrpersonen und anderen Therapeuten erfolgt hauptsächlich durch Teamgespräche. Als wichtige Beteiligte im Behandlungsprozess werden die Eltern gesehen. Ideen und Anregungen können und dürfen gerne auch zu Hause im Alltag integriert werden. Die Schülerinnen und Schüler gewinnen so ganz spielerisch und ohne größere Anstrengung weitere Lernerfolge.