Geistige Entwicklung

Allgemeine Informationen

Mit Beginn des Schuljahres 2009/10 wurde die Maximilian-Kolbe-Schule um den Förderschulzweig geistige Entwicklung erweitert. Gestartet wurde zunächst mit einer Klasse im Primarbereich. Seit diesem Zeitpunkt erfährt dieser Förderschwerpunkt einen steten Ausbau.

In diesem Schuljahr 2016/17 umfasst unser GE-Bereich zu Beginn 9 Klassen:

3 Klassen im Primarbereich

  • 1-2 A
  • 1-2 B
  • 3-4

4 Klassen in der Sekundarstufe I

  • 4-5
  • 6
  • 7
  • 8

2 Klassen in der Sekundarstufe II

  • 9-10
  • 11-12

Die Leitung der Klassen haben jeweils Förderschullehrerinnen und -lehrer, die über eine Studium in diesem Bereich verfügen, inne. Sie werden in jeder Klasse unterstützt durch eine pädagogische Fachkraft und spezielle Therapeuten, wie Ergotherapeuten oder Logopäden. Zusätzlich Unterstützung gibt es regelmäßig durch Praktikanten und Praktikantinnen.

An drei Tagen in der Woche haben die Schülerinnen und Schüler ganztägigen Unterricht, d.h. der Unterricht beginnt um 8.00 Uhr und endet um 15.00 Uhr. An den verbleibenden zwei Tagen endet der Unterricht nach der fünften Stunde (12.20 Uhr).
Auch im Bereich geistige Entwicklung ist Projekt- und Handlungsorientierung, wie auch in unserem Förderschwerpunk “Lernen”, durchgängiges Unterrichtsprinzip. Neben den Lehrgängen in den Kulturtechniken Mathematik und Deutsch ist der Projektunterricht fest im Stundenplan verankert. Bei dieser Form des Unterrichts wird überwiegend in Werkstätten gearbeitet.

Nach Reichen (1991, S. 61) soll der Begriff „Werkstatt” beim „Werkstattunterricht” nicht etwa an Hammer und Hobel erinnern, sondern an die Arbeit in einer Werkstatt. Bei der Arbeit im Werkstattunterricht entspricht die Lernwerkstatt einer Lernumwelt. Den Schülerinnen und Schülern stehen hier viele verschiedene Lernsituationen und -materialien, geeignet für unterschiedliche Sozialformen, zur Verfügung. Sie wählen daraus ein Angebot aus, bearbeiten dieses selbstständig und kontrollieren es meist auch selbst. Auf diese Weise bestimmen sie weitgehend selbst über Zeitpunkt, Tempo, Sozialform und Rhythmus ihrer Arbeit und haben darüber hinaus die Möglichkeit, persönlichen Lerninteressen nachzugehen. Das Lernen findet nicht nach Lektionen, sondern in Zeitblöcken statt; es wird in hohem Maße fächerverbindend und individualisierend gearbeitet. Selbständigkeit, Initiative und Aktivität bestimmen das Lernen, wodurch die Motivation entscheidend gefördert wird. (vgl.methodenpool.uni-koeln.de/werkstatt/werkstatt_darstellung.html).

Digitales Klassenzimmer

Jede Klasse ist mit einer Medienecke ausgestattet. Diese beinhaltet ein Notebook und einen Computer mit Internetzugang und einem Wlan-Drucker. Darüber hinaus haben wir schon in den meisten GE-Klassen ein Smart-BOARD samt Dokumentenkamera und Lehrerarbeitsplatz. Wir haben uns zum Ziel gesetzt, jede Klasse ausreichend mit digitalen Medien auszustatten, um den Unterricht optimal zu ergänzen und die Medienkompetenz der SchülerInnen zu schulen.

Die Arbeit mit dem SMART-Board

Seit 2016 nutzen wir in sechs Klassen ein SMART-Board anstatt einer herkömmlichen Tafel. Ein SMART-Board ist eine interaktive digitale Tafel, die mit einem Computer verbunden ist und mit einem Fingerdruck oder einem Stift zu steuern ist. Arbeitsblätter können mithilfe der Dokumentenkamera für alle SchülerInnen auf die Tafel übertragen werden. Des Weiteren besteht die Möglichkeit das Tafelbild digital vorzubereiten. Jederzeit kann im Unterricht unkompliziert auf das Internet zugegriffen werden. So können auch Videos und Audios bei Bedarf in den Unterricht eingebunden werden. Dies wird noch vereinfacht durch Nutzung unserer Kommunikationplattform IServ, wodurch der Zugriff auf Merlin- und Antaris- Online-Medien jederzeit gegeben ist. Aber auch handschriftliche Kommentare können mithilfe verschiedener Werkzeuge jederzeit wie auf einer herkömmlichen Tafel hinzugefügt werden. Mithilfe anderer Tafelwerkzeuge (Lupe, Spotlight, Vorhänge) kann dabei die Aufmerksamkeit auf bestimmte Punkte des Tafelbildes gelenkt werden.

Die Arbeit mit dem iPad

Seit dem Schuljahr 2016/2017 ist die Schule mit zehn iPads ausgestattet. Diese können im Unterricht als Ergänzung bzw. Erweiterung zu den sonst etablierten Methoden von den Schülern und Schülerinnen eingesetzt werden. Somit können individuelle und zieldifferente Lernangebote bereitgestellt werden. Für unsere SchülerInnen mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung bietet der Einsatz eines solches iPads viele Vorteile:

iPads….

  • sind schnell verfügbar und mobil
  • können mit verschiedenen Lernapps individuell ausgestattet werden
  • lassen sich intuitiv bedienen
  • bieten den direkten Zugang zu elektronischen Medien
  • bieten die Möglichkeit zum Experimentieren und Ausprobieren
  • sind zum Recherchieren sinnvoll
  • sind ein zusätzliches Lernmedium
  • haben einen hohen Aufforderungscharakter
  • lassen sich einfach bedienen
  • bieten vielfältige Kommunikationsmöglichkeiten
  • begegnen den SchülerInnen auch im Lebensumfeld
  • sind aufgrund der Belobigungsfunktionen der Apps sehr motivierend.

Auch zur Vermittlung der Kulturtechniken bieten iPads vielfältige Möglichkeiten, um den Lernprozess zu begleiten. Besonders im Bereich der Unterstützen Kommunikation ist der Einsatz von iPads sinnvoll. Mit Rezeptverordnungen des Arztes können iPads mit entsprechender Appausstattung als unterstützendes Hilfsmittel ausgegeben werden. Der Einsatz dieser iPads ermöglicht uns als Schule dabei, die Unterstützte Kommunikation zu fördern und auszubauen.

Unterstütze Kommunikation- Was ist das? 

Die Unterstützte Kommunikation dient als Ansatz zur Förderung der Kommunikation für nicht und wenig sprechende Kinder. SchülerInnen, die die Lautsprache nicht so lernen, dass sie sich in ihrem Lebensumfeld verständlich machen können, benötigen ein entsprechendes Verständigungssystem bzw. eine Kommunikationshilfe. Diese Kommunikationshilfen werden unter dem Begriff der Unterstützten Kommunikation (UK) zusammengefasst. Die Unterstützte Kommunikation beinhaltet mehrere Aspekte, dazu zählen einerseits körpereigene Kommunikationsformen wie Mimik, Gestik oder Gebärden und andererseits auch externe Kommunikationshilfen wie Bildkarten, Symbole oder elektronische Kommunikationshilfen mit Sprachausgabe. Das iPad kann mit entsprechender Appausstattung als solche elektronische Kommunikationshilfe dienen. Hilfreich sind hier z.B. die App „MetaTalk“ oder „GoTalkNow“. Diese Apps eignen sich für SchülerInnen, die keine oder über eine eingeschränkte Lautsprache verfügen. Bildtafeln können selbst gestaltet und mit Bildkarten, Fotos und der entsprechenden Sprachausgabe belegt werden. So kann eine Bildtafel auf die individuellen Bedürfnisse zugeschnitten werden, indem z.B. die Anzahl der Felder variiert wird oder die Interessensgebiete auf den jeweiligen Schüler zugeschnitten werden. Eine sofortige Kommunikation ist möglich.

Wir nutzen an unserer Schule METACOM-Symbole

Mithilfe der METACOM-Symbole von Annette Kitzinger lassen sich Bildkarten, Kommunikationstafeln und Schablonen für Kommunikationshilfen u.a. auch für die bereits genannten Apps erstellen.

Wir als Schule haben uns vorgenommen, diese Symbole einheitlich im Schulalltag und im Unterricht zu verwenden. Denn die Symbole sind bekannt für ihre klare, einfache und verständliche Symbolik und kommen ohne abstrakte, erklärungsbedürftige Bildinhalte aus. Zudem sind sie auch für Heranwachsende ansprechend und bereits in vielen Einrichtungen verbreitet. Sie helfen nicht nur SchülerInnen, die nicht lautsprachlich kommunizieren, sondern auch denen, die nicht lesen können.

Einsatz der METACOM-Symbole:

  • einheitliche Signalkarten und Stundenplankarten im Unterricht
  • selbst gestaltete Bildtafeln und Schablonen für elektronische Kommunikationshilfen
  • Bildrezepte
  • bebilderte Liedtexte
  • Wegweiser und Raumschilder, die mehr Orientierung schaffen
  • Verständliche Klassen- und Schulregeln
  • visualisiertes Leitbild mit Piktogrammen.