Primarbereich

Für die Arbeit im Primarbereich sind folgende Grundsätze zu berücksichtigen:

Allgemeines
Zeit des Einlebens: Gewöhnung an den Tagesablauf, Kennenlernen des Schulgebäudes, der Klassenkameraden, der Bezugspersonen
Neugierde auf Unbekanntes wecken
Gewohnheiten ausbilden durch: Regelmäßige Tagesabläufe, Wochenabläufe, Jahresabläufe
Förderung der Selbstständigkeit: An- und Ausziehen, Körperpflege, Toilettengänge, Orientierung in der Umgebung (Klassenraum, Flur, Schulgebäude, nahe Umgebung der Schule, Einkaufsstätten)
Erweiterung der sozialen Kompetenz: gemeinsames Spiel, Regeln des Zusammenlebens einhalten, eigene Bedürfnisse wahrnehmen, eigene Bedürfnisse ausdrücken
Anbahnung eines Lern- und Arbeitsverhaltens: Förderung der Lern- und Anstrengungsbereitschaft, Kennenlernen eines Arbeitsbeginns und –verlaufs, Einhalten von Sorgfalt und Ordnung, Förderung der Aufmerksamkeit, Förderung selbständigen Arbeitens
Anbahnung und Vorbereitung der Arbeit in Projekten und Werkstätten durch: Anbahnung selbständigen Arbeitens, Anbahnung von Handlungsplanung
Erste grundlegende Erfahrungen in den Kulturtechniken
Bereits im ersten Schuljahr wird mit dem Erlernen der Schriftsprache begonnen. Dazu gehören:
Heranführen an grundlegende Techniken: Schneiden, Kleben, Malen
Förderung motorischer Fähigkeiten als Voraussetzung zum Erlernen der Schriftsprache sowie der mathematischen Kompetenzen: Feinmotorik, Graphomotorik, Auge-Hand-Koordination, Raum-Lage-Wahrnehmung, Körperschema
Förderung der Fähigkeiten im Bereich der visuellen Wahrnehmung als Voraussetzung zum Erlernen der Schriftsprache sowie der mathematischen Kompetenzen:
Visuomotorik: Visuelle Differenzierung, Figur-Grund-Wahrnehmung, Raum-Lage-Wahrnehmung
Förderung der auditiven Wahrnehmung/phonologischer Bewusstheit als Grundlage des Schriftspracherwerbs: Lausch- und Hörübungen, Reime, Lautübungen, Segmentieren
Einsatz von (Bilder-)büchern/Texten/Gedichten
Lernen mit allen Sinnen
Handlungsorientiertes Lernen, Einsatz von Anschauungsmaterialen
Formen der freien Arbeit (Stationenlernen)
Übungen im Bereich des Schriftspracherwerbs: Erarbeiten von Buchstaben, Phonem-Graphem-Zuordnungen, Einsatz von Lautgebärden (des Kieler Leseaufbaus), Arbeit mit der Silbenmethode, Lese- und Schreibübungen, Arbeit mit der Fibel und weiterführenden Lehrwerken Meine liebe Fibel
Kieler Leseaufbau: Lesen mit Lisa, Schreiben mit Lisa
Momel-Lehrwerk
Klick! Deutsch
Förderung der mathematischen Grundvoraussetzungen/Pränumerik:Farben, Formen, Würfelbilder, Zählen, Mengen, MusterfolgenÜbungen im Bereich der Mathematik: Ziffern, Zahlbegriff, Ordnungszahlen/Zahlenfolgen, Zahlzerlegungen, Mächtigkeitsrelationen/Vergleichen (Größer/Kleiner/Gleich),Rechenoperationen: Addieren und Subtrahieren,Geometrie

Informationen zur Tagesstruktur
Der Tagesablauf in der Primarstufe folgt einem festgelegten Schema, soweit die Unterrichtsorganisation dieses zulässt. Dieser, in seinen Grundzügen immer wieder-kehrende Tagesablauf, gibt den Schülerinnen und Schülern ein Gefühl von Sicher-heit im Schulalltag:
Morgens nach der Begrüßung durch die Klassenlehrerin und die pädagogische Mitarbeiterin werden zunächst das aktuelle Datum und der Tagesablauf anhand von Symbolen gemeinsam besprochen. Anschließend erfolgt ein Unterrichtsblock in den Kulturtechniken. In den Bereichen Lesen/ Schreiben und Mathematik ist der Unterricht genau an den aktuellen Lern- und Leistungsstand jedes Schülers/ jeder Schülerin angepasst (innere Differenzierung). Nach der Frühstückspause im Klassenraum und der großen Pause, die die Schüler auf dem Pausenhof verbringen können, erfolgt eine Arbeitsphase in den Projekten oder Werkstätten. Daran schließt sich je nach verbleibender Zeit eine kurze Freiarbeitsphase an. Im Anschluss daran erfolgt das Mittagessen. Dieses wird gemeinsam in der Mensa eingenommen. Nach dem Mittagessen ist für die Schülerinnen und Schüler Freizeit. Sie können hier zwischen verschiedenen Spielangeboten drinnen oder auch draußen, je nach Wetter und Befindlichkeit, wählen. Bis zum Ende des Unterrichts um 15 Uhr kann nun noch in den Werkstätten oder Projekten gearbeitet werden. Diese Arbeitsphase wird aber je nach
Belastbarkeit der Schülerinnen und Schüler sehr flexibel gestaltet. Bei Bedarf können unterstützende Therapiemaßnahmen in den Tagesablauf eingebunden und durchgeführt werden.

Lernen in Projekten

Auch im Primarbereich geistige Entwicklung ist Projekt- und Handlungsorientierung, wie auch in unserem Förderschwerpunk “Lernen”, durchgängiges Unterrichtsprinzip. Neben den Lehrgängen in den Kulturtechniken Mathematik und Deutsch ist der Projektunterricht fest im Stundenplan verankert. Bei dieser Form des Unterrichts wird überwiegend in Werkstätten gearbeitet.
Im Primarbereich sollen die Schülerinnen und Schüler an das selbständige Arbeiten in Projekten und Werkstätten nach und nach herangeführt werden. Das Erlernen grundsätzlicher Arbeitstechniken wie Schneiden, Kleben, Malen, Sortieren, Ordnen, Ergänzen u.v.m. steht hier neben der Vermittlung von Handlungsplanung und dem Aneignen von Fachwissen im Vordergrund.
Übersicht über mögliche Projekte und Werkstätten im Primarbereich:

August/ September: Buch über mich, Elmar, Apfel
Oktober/ November: Herbstwerkstatt, Gespenster
Dezember: Advent, Weihnachtswerkstatt
Januar/Februar: Vögel im Winter, Winter, Karneval, Piraten
März/ April: Frühblüher: Die Tulpe, Frühling, Raupe Nimmersatt
Mai/ Juni: Meine Sinne, Schmetterling, Erdbeeren

Projektbeispiel

Beispiel: Herbstwerkstatt

Am Beispiel der Herbstwerkstatt sei dieses Unterrichtsprinzip im Folgenden nun näher erläutert.
Den Schülerinnen und Schülern standen verschiedene Angebote zur Verfügung, die allein, in Partnerarbeit oder im Klassenverband zu erledigen waren. Die Angebote waren in verpflichtende Aufgaben, Wahlaufgaben und Zusatzangebote gegliedert, wobei auch hier alle Aufgaben nach der Lernausgangslage jedes Kindes differenziert wurden. Die Schülerinnen und Schüler konnten wählen, welches Angebot sie wann bearbeiten wollten. Anhand eines Arbeitspasses wurde aber kontrolliert, ob alle Aufgaben erledigt wurden.
Deutsch: Herbstgedicht; Anlautbingo; Herbstwörter; Lesen eines Liedtextes anhand von Bildern; Bild- Text- Zuordnungen zum Thema
Mathematik: Mengenvergleiche anhand von Kastanien und Eicheln; Einführung der Relationszeichen
Musik: Liederarbeitung „Der Herbst ist da“, Herbstlied auf dem Akkordeon spielen
Gestalten: Bildgestaltung „Schirme machen den Regentag bunt“ ,Bildgestaltung „Bunte Blätter“ (Collage)
Hauswirtschaft: Apfelkuchen, Apfelmus, Apfelpfannkuchen
Sachunterricht: Früchte des Herbstes, Laubfall und Laubfärbung
Sport: Bewegungsspiel „Blätter im Wind“